Glossar

Geweih

Geweih und Gehörn werden im Alltag verwechselt und in der Prüfung getrennt. Ein Geweih besteht aus Knochen, sitzt auf Rosenstöcken und wird im Jahreslauf abgeworfen und neu geschoben. Während des Aufbaus ist es von Bast überzogen, einer gut durchbluteten Haut, die der Bock später fegt. Ein Gehörn dagegen, etwa bei Gams oder Mufflon, ist ein Horngebilde und wird nicht jährlich abgeworfen.

Beim Rehwild trägt der Bock das Geweih, die Ricke nicht. Trotzdem reicht der Blick aufs Haupt nicht immer: nach dem Abwurf ist der Kopf leer, im Bast sieht er fremd aus, ein schwaches Geweih verschwindet im Dunst. Ansprechen heißt deshalb Körper und Haupt zusammen zu lesen.

Die Stangenform (Spießer, Gabel, Sechser und weitere Bezeichnungen) ist Vokabular der Ausbildung. Sie sagt wenig über das Alter, wenn du nur die Enden zählst. Für das Altersansprechen zählen Körperbau, Haltung und Verhalten mehr als die Endenzahl.

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